Stefanie Herings Kunstobjekte: Porzellan in puristischer Schönheit und neuen Formen

Die absolute Meisterschaft im Umgang mit dem Material Porzellan verlangt Stefanie Hering nicht nur als Produktdesigner von allen Kunsthandwerkern, mit denen sie für ihre Collectionen zusammenarbeitet. Auch sie selbst hat diese Meisterschaft inne; seit über dreißig Jahren sucht sie immer aufs Neue den intensiven Dialog mit diesem spannungsreichen Werkstoff. Diese Suche ist in all ihren einzigartigen Geschirr-Collectionen spürbar; besonders deutlich aber wird sie in Stefanie Herings Kunst-Editionen. Hier verlässt die ausgebildete Keramikerin mit Meisterbrief den engen Rahmen, den das Design zweckgebundener Objekte setzt, gestaltet und experimentiert frei mit den Möglichkeiten des Materials und entwickelt tradierte Werkprozesse, Formen und Dekore, Glasuren und Brennverfahren weiter. Selten lässt sich die puristische Schönheit des weißen, unglasierten Biskuitporzellans lebendiger und facettenreicher erfahren als in diesen konzentrierten Objekten an der Schnittstelle zwischen Funktionalität und Skulptur.

Extraposition Extraposition

Für die Gestaltung der Edition „Extraposition“ mit hohen VierkantGefäßen, die wirken, als würde sich ihre Form ständig verändern, verließ Stefanie Hering die traditionelle Herstellungsweise für Porzellangefäße. Statt aus Gips fertigte sie die zugehörigen Modelle mit Platten aus dem besonders formstabilen, thailändischen Ratchaburi-Ton. Sie beließ bewusst grobe Kanten, wie sie für Ton-, weniger aber für Porzellangefäße typisch sind und bezog ins gestalterische Konzept auch mit ein, dass sich die Formen während des Brennprozesses in sich bewegen und verändern. In raffiniertem Kontrast hierzu stehen die Oberflächen der Gefäße: Ein Teil ist in geschliffenem Biskuit gestaltet, das hier fast anmutet wie gefaltetes Papier. Andere haben eine leicht reliefierte Oberfläche aus feinen Linien, die mit Hilfe dünner, vor dem Brand per Hand aufgetragener Schellack-Streifen entstehen und ein Licht- und Schattenspiel erzeugen, das die Prägnanz der kantigen Formen noch unterstreicht.

 

Limitierte Kollektion. Preis auf Anfrage arts@heringberlin.com

Sublime conversation Sublime conversation

Design im Wandel

Das Spiel mit Porzellan-Traditionen ist eine Konstante im Schaffen von Stefanie Hering. Selten allerdings ist sie diesen Traditionen so nahe und gleichzeitig so markant modern wie bei „Sublime Conversation“: In Zusammenarbeit mit den Schwarzburger Werkstätten in Thüringen und auf Grundlage von dort archivierten barocken „Conversational Pieces“, die zur Präsentation von Speisen, aber auch zum Animieren von Gesprächen bei höfischen Tafelrunden dienten, entwickelte Stefanie Hering sechs Plateaus in Biskuitporzellan. Sie können als Kunstobjekte aufgestellt, aber auch in der Sterne-Gastronomie oder bei privaten Tafelinszenierungen eingesetzt werden und sorgen heute nicht weniger für Gesprächsstoff als einst ihre historischen Vorbilder.

 

Einzelstücke, Preis auf Anfrage arts@heringberlin.com

Masterpieces Masterpieces

Einen handwerklichen Grenzgang weit jenseits des eigentlich mit Porzellan Machbaren stellt die mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern gewaltige Schale dar, die an das Dekor von Stefanie Herings Collection „Cielo“ angelehnt ist. Schon die Dimensionen an sich sind eine Herausforderung, da die Objekte ohne jegliche Hilfsmittel oder Stützen angefertigt und gebrannt werden und deshalb leicht zusammenfallen könnten. Hinzu kommt die sorgsam per Hand eingebohrte Perforierung, die die Stabilität des Materials zusätzlich reduziert. Nur die absoluten Meister ihres Fachs sind unter Anleitung von Stefanie Hering in der Lage, diese Schale überhaupt herzustellen – weswegen sie lediglich in MiniEditionen von jeweils maximal vier Exemplaren aufgelegt wird.

 

Einzelstücke, Preis auf Anfrage arts@heringberlin.com

Turn Turn

Porzellan in seiner reinsten Form, rau und glatt glasiert, blendend weiß und zugleich mit winzigen Rillen gemustert, hauchdünn und extrem massiv: All diese Gegensätze bündelt Stefanie Hering in den grundsätzlich von ihr selbst frei Hand gedrehten „Turn“-Objekten: Arbeiten dieser Serie kennen kein Vorne und kein Hinten, kein Oben und kein Unten; sie können ebenso als Schale eingesetzt werden wie als Podest, und enthüllen ihren vielschichtigen Charakter erst, wenn sie nicht nur betrachtet, sondern tatsächlich zur Hand genommen und gedreht und gewendet werden. Dabei fällt, neben der zwischen zwei Millimetern und vier Zentimetern variierenden Stärke des Scherbens auch das schiere Gewicht dieser Objekte auf: Je nach Durchmesser (zwischen 15 und 25 Zentimetern) bringen sie stattliche fünf bis acht Kilogramm auf die Waage. Damit brechen sie mit jeder optischen und haptischen Erfahrung, die es bislang mit Porzellan gibt – diese Schalen sind weder fragil noch leicht – und erschließen uns so einen verblüffend neuen Zugang zum Material Porzellan.