Arts & Design

Stefanie Hering, Bangkok 2018

Statement

 

Manu Factum – die Spur der Hand kennzeichnet jedes einzelne Objekt von Stefanie Hering. Ihre Philosophie der reinen Handarbeit schafft nachhaltige Unikate von hohem kulturellem Wert. Das ist bei ihren Designkollektionen so, die von über Jahre ausgebildeten Kunsthandwerkern gefertigt werden und das gilt im Besonderen für ihre Arbeit als freie Künstlerin, die jedes einzelne Kunst-Objekt selbst in allen Schritten realisiert. Das Besondere und Unnachahmliche sind Stefanie Herings vollkommene Formen, die aus dem Spiel, dem Versuch und Experiment sowie der unbedingten Kenntnis des Werkstoffs Porzellan entstehen.

Hering, selbst ausgebildete Porzellanmeisterin, lotet die Grenzen des Machbaren aus und geht in ihren künstlerischen Editionen stets darüber hinaus (etwa mit speziellen Porzellanrezepturen, Glasuren oder Brennverfahren), was sie zu einer einzigartigen Visionärin in der Porzellangestaltung macht. Ihre Arbeiten sind innovativ und stilprägend, die Formen autark und frei, doch charakteristisch und wiedererkennbar im Formverständnis.

Honors & Awards (Auswahl):

  • Designpreis der Bundesrepublik Deutschland
  • Gold Price, Ceramic Biennale Korea
  • ICFF Editors Awards Craftsmanship, New York

Kunst- und Designsammlungen (Auswahl):

  • Musée National de Céramique, Sèvres
  • Grassimuseum, Leipzig


DIN CLAY TON
A Berlin – Ratchaburi Dialogue
By Stefanie Hering and
Wasinburee Supanichvoraparch

AUSSTELLUNG | PROJEKT

Bangkok/Berlin 2019. Auf Initiative von Maren Niemeyer, Leiterin des Goethe-Instituts Thailand, zeigt das BACC vom 08. bis 30. März 2019 eine Selektion künstlerischer Arbeiten der deutschen Porzellangestalterin Stefanie Hering sowie des thailändischen Fotografens Wasinburee Supanichvoraparch in einer raumgreifenden Ausstellung. Der Kulturdialog umspannt Stefanie Herings eigens für die Werkschau erstellte Edition ihrer von Hand aufgebauten Porzellanvasen und -gefäße in Höhen von bis zu 2 Metern, was in der Keramikherstellung ein absolutes Novum ist. Die somit ebenso spektakuläre wie mit Bedacht über Monate entwickelte Kunstserie konnte allein in den keramischen Werkstätten von Wasinburee Supanichvoraparch in Ratchaburi realisiert werden. Hier fand Stefanie Hering einzigartig noch erhaltene Manufakturtechniken für die Umsetzung ihrer überdimensionalen Objekte. Wasinburee Supanichvoraparch hat die kunstvollen Fertigungsprozesse vor Ort in Thailand eingefangen und auch in Stefanie Herings deutschen Werkstätten gefilmt, wo erste Skizzen entstanden und die Porzellanedition letzten Feinschliff erhielt. Erst diese filmische und fotografische Dokumentation eröffnet dem Betrachter den beredten Dialog beider Kulturen in allen Sequenzen – und lädt ihn zur Auseinandersetzung mit deren Besonderheiten wie auch überraschenden Gemeinsamkeiten ein.

„Unser Ziel ist es“, so Maren Niemeyer, Leiterin des Goethe-Instituts Thailand, „die Kreativindustrie und den interkulturellen Austausch zwischen Thailand und Deutschland zu fördern, insbesondere im Hinblick auf die länderspezifischen Kulturtechniken und Handwerkstraditionen im Bereich der Keramik- und Porzellanherstellung. In diesen Feldern sind beide Künstler international renommierte Meister ihres Fachs.“

Das Projekt des Goethe-Instituts im BACC zeigt den Wert traditionsreicher Manufakturfertigung und trägt aktiv zum Erhalt der durch industrielle Produktion bedrohten Kulturtechniken bei. Gleichzeitig wird dokumentiert, wie die beiden Künstler durch freie experimentelle Herangehensweise eine künstlerisch neue Formensprache und dabei innovative Ansätze in ihrer gestalterischen Praxis entwickeln, die es bis dato so noch nicht gab.

Konzept der Ausstellung:

Zwei Kulturen – EINE Philosophie der reinen Handarbeit. Im März 2019 startet mit der Präsentation im BACC eine Ausstellungsreihe, die die in Thailand und Deutschland von Hand gefertigten Kunstobjekte aus Porzellan von Stefanie Hering mit der experimentellen Dokumentation von Film-und Fotografie-Künstler Wasinburee Supanichvoraparch in Beziehung setzt. Der Zuschauer begibt sich auf eine kulturelle Reise zwischen Zeit und Ort: Hier die aufwändige traditionsreiche Manufakturfertigung, die sich über die Jahrhunderte hinweg verfeinert hat und die es heute bewusst zu erhalten gilt, dort die Unterschiede zwischen den geographisch verorteten Kulturen Deutschland und Thailand – und nicht zuletzt der Clash zwischen offline und online, der sich im scheinbaren Widerspruch von zeitaufwändiger Handarbeit und ihrer digitalen Dokumentation und Verbreitung spiegelt. Das Ergebnis? Ein inspirierendes Spannungsfeld, das den Betrachter zur Auseinandersetzung mit eigenem Konsum und Werten einlädt.

Künstlerische Idee der Edition:

Aus der auf Funktion ausgerichteten Gefäßkultur lässt Stefanie Hering Objekte entstehen, die durch ihre explizite Größe und ihren ausdrucksstarken handgebauten Charakter eine skulpturale, statueske Anmutung erhalten. Die Funktion weicht der unbedingten Ästhetik der Form.

 

Realisierung:

Stefanie Hering entwickelt die Grundformen durch Konstruktion und Aufbau in den thailändischen Werkstätten. In Deutschland werden diese in enger Abstimmung mit Hering in den Schwarzburger Meisterwerkstätten in Porzellan übersetzt. Eine gänzlich neue Formensprache für die „weiße Erde“ entsteht.

 

Manufaktur-Prozesse:

Stefanie Hering ist ausgebildete Porzellanmeisterin und kann sich in ihrer künstlerischen Praxis auf das unbedingte Wissen um den Werkstoff Porzellan beziehen. Erst in Thailand hat sie nun eine Werkstatt gefunden, die es ihr möglich macht, ihre einzigartigen, übergroßen Objekte in riesigen Keramik-Brennöfen zu realisieren. Und erst in Thailand fand sie die natürlichen Rohstoffe, die solch große Arbeiten möglich machen. Die Zusammenarbeit mit den thailändischen Kunsthandwerkern beschreibt die Künstlerin als extrem inspirierend: „In Europa fehlen Voraussetzungen und Innovationswille, um derart große, von Hand gebaute keramische Objekte umzusetzen. Hier in Thailand kann ich frei in Werkstätten experimentieren, in denen jahrhundertealte Handwerkskunst auf pure Gestaltungsfreude trifft. Dieses glückliche Zusammenspiel und die Ergebnisse meiner Arbeit werden wir in der Ausstellung mit dem Goethe-Institut zeigen.“

 

Stationen:

Erste Ausstellungsstation: Bangkok Art and Culture Centre (BACC), 08.- 30 März 2019.

Danach geht die Ausstellung auf Welttournee.